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Badische Zeitung, 12.7.2010
Lesbische Frauen sind nicht wirklich anders
Carolina Brauckmann im Lörracher Nellie Nashorn.
Carolina Brauckmann saß im Zug zwischen Koblenz und Kiel, erzählt sie auf der Bühne des Nellie Nashorn. Eine junge Frau setzt sich neben sie, mit Handy, Notebook und viel Geschäftigkeit. So viel Emsigkeit stört die Songschreiberin und sie präsentiert der Frau aus der Business-Class ein Leben nahe bei Mata Hari und James Bond. Was natürlich auffliegt, denn die so Fleißige kennt nicht nur den Dow-Jones, sondern auch die lesbische Liedermacherszene der Achtziger.
Eine kleine Episode, die Carolina Brauckmann teils erzählt, teils in ein Lied verpackt und die die gesamte Szene, an diesem Abend speziell die Frauenszene umreißt: Während die Heroinnen von einst immer noch mit ihren Liedern durch die Republik ziehen, hat sich die nachfolgende Generation einen Platz erkämpft, nicht ohne die Heldinnen vergessen zu haben. Aber diese haben ihre Wichtigkeit verloren. Und die Heldinnen von einst fragen sich, ob das Erreichte wirklich das Gewollte ist. Waren sie ehedem Teil der Subkultur, sind sie nun mit Anne Will und Miriam Meckel Teil des Glamour gar mit Bild-Akzeptanz.
Sub sagt man nicht mehr, und auch Rockträgerinnen gab es in der kleinen Gemeinde an diesem heißen Sommerabend im Nellie. Die Zeiten haben sich geändert, mittlerweile wird Carolina Brauckmann um Hochzeitslieder für lesbische Hochzeiten gebeten, derweil sitzt sie selbst wie früher schon in Flanellhemd und Hose am Klavier und besingt den weiblichen Teil der Welt. Der Blick zurück auf durchdiskutierte Nächte, aufs nahende Coming-out ist wehmütig, doch er ist Programm. Von Sappho bis Shane hat sie es überschrieben, von der Dichterin der Antike bis zur Figur der ersten lesbischen Fernsehserie in den Neunzigern.
Während die schwulen Sänger Jahr um Jahr den Burghof füllen, und längst die Kategorisierungen ihrer Subkultur verlassen haben, ist die Schar der lesbischen Frauen im Showgeschäft übersichtlich. Maren Kroymann wird das ein oder andere Mal von Carolina Brauckmann zitiert. Sie ist zur Ikone geworden, eine, die wie einst, ihr Anderssein selbstbewusst thematisiert, die jedoch auch in Film und Fernsehen erfolgreich besteht.
Das lesbische Leben rückt bei Brauckmanns Liedern in den Fokus, das sich nun nicht wirklich vom anderen Leben der heutigen Mitfünfziger unterscheidet. Wo einst Kuscheln und der Körper der Freundin Aufregung genug war, braucht es nun den Sexratgeber mit seinen mehr oder minder fesselnden Tipps. Hat man sich mit dem Leben arrangiert, braucht es einen Hund um dieses zu derangieren. Vor allem das Alter dräut und mit ihm die Frage nach dem anderen Altern in der Gesellschaft. Brauckmann findet für alles Witz und viel Musikalität, und beweist damit doch genau, was sie so vehement abstreitet: Lesbische Frauen sind nicht wirklich anders als der übrige Teil der Gesellschaft.
Und so ist dieser Abend nicht nur ein Abend für lesbische Frauen diesseits und jenseits der Grenze, auch Schweizerinnen waren hier. Er ist die wehmütig wie selbstbewusste Hommage an bewegte Zeiten, die zwar an Frauen gerichtet, von vielen anderen aber auch verstanden worden wären.
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Danke für ein tolles, sensationelles, atemberaubendes, augenzwinkerndes ....Konzert!!! WOW!!!
Wir (typisch Paar), haben es genossen!!!
Mit einem regnerisch, adventlichen Gruss aus Zürich
Barbara und Andrea
Dezember 2007
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Liebe Frau Brauckmann,
eigentlich würde ich lieber ‚Carolina’ sagen das begründet sich damit, dass Sie mich die ganzen Jahre (seit 1986) in meinem lesbischen Alltag mit allen dazugehörenden Höhen und Tiefen, von denen Sie so treffend künstlerisch zu berichten wissen, begleiten. Dadurch sind Sie mir durch Ihre Stimme, Ihre Ideen, Ihre Lieder angenehm nahe gekommen und vertraut geworden wenn auch aus der Ferne.
Ich möchte mich gerne bei Ihnen für diesen wunderschönen Abend im Atelier-Theater bedanken persönlich und in dieser Form, weil mir der Abend noch heute durch den Kopf geht, mich berührt hat und es einfach schön war, einer entfernten 'Freundin' aus 21 Jahren auf die 25 Jahre komme ich leider noch nicht, vom Alter her schon ;) zuzuhören, zu schauen, wie sich auch meine Sichtweisen auf die Dinge verändert haben. Eine Entwicklung, die ja auch Sie mit Ihren so zutreffenden Anmerkungen kritisch, sehr treffend beobachtend und doch immer mit einem Augenzwinkern aus jeder lesbischen Dekade erlebt haben.
Auf einem Lesbenpfingstreffen sah ich Sie dann erstmals, oft im Stollwerck-Theater, im Atelier-Theater und vorher im Raum um Frankfurt.
Ich finde es einfach wunderbar, mich in Ihren Liedern, in Ihren treffenden Beschreibungen der Lesbenweltern mich auch in meiner Welt wiederzufinden, in einer Niesche, die doch eher von wenigen Künstlern anspruchsvoll und vor allem so wertvoll ausgefüllt wird.
Danke für eine wunderbare Zeit mit Ihnen, Ihren Liedern und Anmerkungen!
Viel Glück weiterhin wünscht Ihnen eine begeisternd Begleitende,
Elke Böhme.
6. Nov. 2007
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Karin Jahn in den Kieler Nachrichten, 18.9.2006
Warum sie eigentlich immer noch für und über Lesben singe, hat sie eine Journalistin mal gefragt.
Das Thema habe sich in Zeiten von Gleichberechtigung, Homoehe und Coming Out doch längst erledigt.
Bei Carolina Brauckmann geht es aber nicht nur um das bierernste
Politikum, sondern vor allem um Liebe, Enttäuschung und Glück.
Um das, worum es im Leben halt so geht - im lesbischen wie auch in anderen.
Mit Humor und Selbstironie hält sie ihre Lupe auf lesbisches Leben, Lieben,
Lachen und Leiden und verpackt diese scharf gezeichneten Zustandsaufnahmen
in emotionale Chansons, die sie dem Publikum im Werftpark vorstellte.
Queerbeet durch zwanzig Jahre Bühnenpräsenz soll es gehen.
Die Kölner Historikerin und Songschreiberin hat bereits 1982 ihre erste
LP Satirische Lesbengesänge veröffentlicht und galt mit ihrer Kombination
von "Lesben und Humor" für die damalige Zeit als revolutionär.
Mittlerweile sind es fünf Alben, das aktuelle "Weil ich die Frauen liebe" erschien 2003.
Im gleichen Jahr erhielt sie für ihr langjähriges Engagement den Rosa Courage Preis,
den vor ihr unter anderem schon die Grünen-Politikerin Claudia Roth in Händen halten durfte.
Die meisten im Publikum kennen die Lieder der Künstlerin, und hier und dort
erklingt bei den Ansagen amüsiert zustimmendes Raunen.
Die Stimme der Chanteuse ist kräftig und kehlig, sie intoniert die Silben und
Wörter klar, betont einzelne nachdrücklich. Die Kölnerin setzt dramaturgisch
geschickt Pausen, lässt Gesangspassagen schleichend in Erzähltes münden, plaudert auf Klavierakkorden.
Wo lernt sich die Lesbe aus der Generation 40plus kennen?
In Kleinanzeigen besingt die gebürtige Sauerländerin eine Zeitreise durch die typischen Anzeigentexte
von der Achtzigern bis heute. Coming Out, Älterwerden, Verlust, Liebesglück und Liebesleid sind nur
einige der Themen, die die Künstlerin auch mal ganz ernst umtreiben. Jaques-Brel-Adaptionen sind dabei oder
ein lesbischer Roadsong. Ob Träume oder einfache Alltagsepisoden - Carolina Brauckmann erzählt mit
einem Augenzwinkern Geschichten, in dem sich das Publikum wiederfindet.
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Über das Lesbenleben und die Lesbenliebe
"Weil ich die Frauen liebe" - damit begeisterte die
Chansonsängerin und Satirikerin Carolina Brauckmann im
ausverkauften Charivari fast 100 Zuhörerinnen.
Von
lesbischem Leben und lesbischem Lieben sang und erzählte die
Chansonette Carolina Brauckmann mit ihrer dunklen und charismatischen
Stimme im Charivari. Dabei begleitete sie sich am Klavier. Der Frauentreff
Ulm hatte die Veranstaltung im Rahmen des Internationalen Frauentags
organisiert.
Lesbische Wandergruppen auf der Suche nach dem Abenteuer, zu kurze Haare
und Kontaktanzeigen im Wandel der Zeit - Carolina Brauckmann verarbeitete
auf der Bühne Klischees und Träume der lesbischen Frau und
zeigte sie dennoch so weit entfernt vom abgegriffenen Abziehbild.
Frauen die Frauenlieben, Mädchen, die am liebsten selbst der Cowboy sein
und das Mädchen abbekommen wollen, Frauen, die die Angel auswerfen,
um die Liebe ihresLebens zu finden: "Wir sollten öfter angeln gehen",
rät sie ihrenZuhörerinnen. Augenzwinkernd und charmant nimmt
sie den Feminismus und dasunausweichliche Netzwerken der Frauen
aufs Korn: "In jeder Frau steckt einkleiner Mensch."
Seit den 80er Jahren,
als Carolina Brauckmann ihr musikalisches und
persönliches Coming-Out hatte, singt und spielt sie in Deutschland,
Österreich und der Schweiz. "Die meisten Zuhörerinnen sind
zwangsläufig Lesben", sagt sie. In der Szene, die sie immer wieder
auf die Schippe nimmt, ist sie nach fünf CDs etabliert. 2003 erhielt
sie den "Rosa Courage Preis" des Osnabrücker lesbisch-schwulen
Festivals "Gay in May", mit dem auch schon Claudia Roth (Grüne)
ausgezeichnet worden ist. Yvonne Mayer in der Südwestpresse Ulm, 9.3.2005
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Leeres
Bett, voller Kühlschrank
Kaum eine
liebt in Deutschland die Frauen so öffentlich und so erfolgreich wie sie:
Carolina Brauckmann, seit 20 Jahren Grande Dame des lesbischen Chansons.
Ihr Konzert jetzt im ausverkauften Freiburger Jazzhaus glich einem
fröhlichen Community-Treffen. Denn bekannt sind ihre bissigen Songs vor
allem Insiderinnen, entlarvt und kommentiert die vielfach prämierte
Wahlkölnerin doch mit Vorliebe lesbische Befindlichkeiten.
Daneben
ist Brauckmann eine feministische Aktivistin vom alten Schlage. Seit Jahrzehnten
kämpft die Historikerin und Autorin in Publikationen und Netzwerken
für die Rechte ihrer Schwestern. In Freiburg hat sie ihre Spuren hinterlassen:
Hier studierte sie, gab vor 25 Jahren ihr erstes Konzert und publizierte mit Sully
Roecken die vielfach beachtete Sozialgeschichte "Margaretha
Jedefrau" über das Leben Freiburger Frauen vom 13. bis ins
18. Jahrhundert.
Doch fern
ihrer kämpferischen Biografie ist es wohl vor allem ihre freche und
gleichzeitig feinsinnige Ironie, mit der die Songwriterin ihr Szenepublikum
begeistert.
Mit
wunderbar rauchiger Stimme erzählte Brauckmann im Jazzhaus von
Leidenschaften und Schrulligkeiten und nahm gängige Klischees gehörig
auf die Schippe. Denn nicht nur, dass Lesben immer wandern, am liebsten
karierte Holzfällerhemden tragen und permanent mit der Identitätspflege
beschäftigt sind, weiß Brauckmann staubtrocken zu persiflieren.
Ob Schönheitschirurgie, Beziehungsdickicht oder pubertierendes
Retorten-Girlie, ihre Show gereicht schnell zum politischen Statement mit
scharfzüngigen kabarettistischen Einlagen.
Dabei
liegt der Schwerpunkt trotz eingängiger Melodien von Tango bis Chopin
eindeutig auf dem Text, und der beweist, dass ein allzeit betroffener
Trauerrand-Feminismus zwar endgültig abgehalftert ist, in seiner Power
aber unverwässert vom "Gendermainstreaming" weiterlebt.
Musikalisch
begleitet wurde die Show von Christine Hörmann an diversen Saxofonen
und Flöten, so richtig sprang der Groove zwischen den beiden allerdings
nicht über. so blieb die Bühnenshow etwas statisch. Trotzdem
waren Carolina Brauckmanns satirischen Lesbengesänge ein Genuss:
Schließlich kennen Frauen jeder Couleur diese tristen Zeiten von "Das
Bett ist leer, der Kühlschrank voll, ich weiß, dass ich das ändern
soll." Viel Gelächter und Applaus ihrer Fangemeinde, die fast drei
Generationen ein.
(Marion
Klötzer in Badische Zeitung, 12.1.2004)
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Die
rare Tugend der Selbstironie
Chansons
von Carolina Brauckmann
"Lesben
sind die letzten echten Männer". Das behauptet jedenfalls Wolfgang Joop
und wollte damit vermutlich die "weichgespülte Generation"
Mann bedauern. Im Café Spitzboden erntet das Zitat an diesem Abend
jedoch reihenweise vergnügtes Kichern aus weiblichen Kehlen.
In jeder
der anwesenden Frauen schlummert die rare Tugend der Selbstironie, die sich
mit jeder Minute von Carolina Brauckmanns Chansonabend ihren Weg aus
dem Bauch nach oben bahnt, um sich schließlich in lautem Gelächter zu
entladen.
Mit
"weil ich die Frauen liebe" hat die Erfinderin des lesbischen Chansons
eine Reihe neuer Geschichten dabei, die sich aus dem Alltag einer engagierten
frauenliebenden Künstlerin entwickeln.
Mit
pointierten Formulierungen wie "wenn auch sonst nicht viel passiert,
ganz egal, du bist liiert", mokiert sich Brauckmannn über lesbische
Paare, die nur "als Doppelwhopper" durchs Leben gehen und
damit sämtlichen Singles auf die Nerven fallen.
Die
Erkenntnis, dass "Frauen im Jahre 2490 in den gleichen Positionen wie die
Männer" sein werden, verleitet sie zu der Frage: "Was machen
wir bis dahin?", und schließt ihren Song über das typisch
weibliche Networking-Phänomen an.
Mit
kraftvoller, warmer Stimme wickelt Carolina Brauckmann ihr Publikum um
den Finger, ihre Lieder strotzen vor kritisch-witziger Beobachtungsgabe.
Der Charme Brauckmanns liegt aber auch in ihrer Begabung, die Songs
durch witzige Anekdoten und eine an Understatement grenzende
Natürlichkeit zu einem Ganzen zu verbinden. So mündet eine ihrer
Geschichten über einen geselligen Abend mit Freundinnen in einen
Song über den Ulrike-Folkerts-Fanclub-Chat.
Die
Künstlerin lässt kein Klischee aus, der Lesben vermeintlich liebstes
Hobby, das Wandern, wird ebenso auf die Schippe genommen wie weibliche
Bekannte, die allzu gerne magische Steine verschenken.
Einer
lesbischen Integrationsfigur wird von einem derartig humorvollen Publikum
jedoch nichts übel genommen.
(Sonja
Giese in Neue Osnabrücker Zeitung, 22.11.2003)
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Luise F. Pusch über Carolina Brauckmann.....
Carolina Brauckmann hat eine phantastische, sehr erotische Stimme,
sie erfindet wunderbare Melodien und Arrangements Marke
Ohrwurm, sie begleitet sich selbst auf Klavier oder Gitarre und schreibt
ihre Texte selbst, sehr intelligente, witzig-melancholische Texte. Wieso
also verkauft dieses Super-Multitalent ihre CDs über einen kleinen
Vertrieb, wieso ist sie nicht so bekannt wie die Knef oder Marlene in
ihren Spitzenzeiten? Hilde und Marlene konnten beide nicht singen,
Hilde komponierte ihre Songs nicht selbst, und Marlene dichtete weder
noch komponierte sie. Warum also ist die so viel bessere Brauckmann
nur Insiderinnen bekannt? Weil es in der Musikbranche wie überall
nicht nur um Talent geht, sondern auch um (Selbst)vermarktung.
Dem Massenappeal steht bei Brauckmann ihre Kompromisslosigkeit
als politische Künstlerin im Weg. Carolina ist Lesbe, und sie ist sich
zu schade, diese Tatsache zugunsten einer besseren Vermarktung zu
verbergen, im Gegenteil: Der Lesbenalltag ist ihr Thema und ihre
Inspiration. Ähnlich wie bei Marlene und Knef der Heteroalltag.
Die Frauen-Lesben-Szene dankt es Carolina mit rauschenden Erfolgen
bei ihren Veranstaltungen. Wir sind hingerissen von ihren Songs.
Wir freuen uns, dass wir in unseren Reihen so was Tolles haben.
Was aber die KonsumentInnen der Mainstreamkultur betrifft, so sind
sie zu bedauern. Sie können sich aber jederzeit aus ihrer Misere
befreien und bald auch Carolina hören, wenn sie hier klicken......
www.fembio.org
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Wenn Frauen Frauen lieben
Carolina Brauckmann präsentiert in der Tufa ihr aktuelles Programm
Musikalisch folgt Carolina Brauckmann dem traditionellen Chanson. Am
Flügel in der Tufa präsentiert sie einen Tango oder macht musikalische
Anleihen bei Chopin. Ihre Geschichten erzählt die Künstlerin aber
aus dem besonderen Blickwinkel der Frauenliebe - nicht ohne eine Portion
Selbstironie.
Carolina Brauckmanns Texte handeln von Alltäglichkeiten, die jeder kennt.
Beziehungen zwischen Mann und Frau sind da nicht anders als die Liebe unter
Frauen. Sie singt von Paaren, die in der Zweisamkeit aufgehen und ihre
Individualität einer Beziehung opfernd, von der Partnersuche über
Kleinanzeigen, dem Ältern- und Erwachsenwerden. Der Traum vom
Aufbruch und von Spontaneität in einem handfesten Roadsong vertont,
zerplatzt wie eine Seifenblase, als er vorzeitig an einer Autobahnstelle scheitert.
Aber es geht eben um Frauen, die sich Frauen zu Liebe erwählen. Davon
singt die Liedermacherin, die seit zwei Jahrzehnten schon in der deutschsprachigen
Lesbenszene bekannt ist. Sie macht Schluss mit Klischees, mit dem Bild, das
Heteros von den Lesben haben, die sie nur aus dem Fernsehen kennen. Mit
solchen Beobachtungen erlaubt sie Einblicke in die Welt der Frauen, in eine
eingeschworene Gemeinschaft mit eigenem Jargon. Mehrdeutige Witze, bei
denen das hauptsächlich weibliche Publikum wissend kichert, bleiben
für Außenstehende teilweise unverständlich.
Erklären, sie Lesben leben, will Carolina Brauckmann nicht, wendet sie
sich mit ihrer Kunst doch vor allem an Gleichgesinnte. Politisch aufklären
hingegen und für die Rechte der Lesbenszene eintreten, das hat sich
die Sängerin auf ihre Fahnen geschrieben. Dank ihrer lyrischen,
humorvollen und feinsinnigen Texte und ihrer musikalischen Bandbreite gelingt
Carolina Brauckmann ein vergnüglicher Spagat zwischen politischem
Manifest, Lebensauffassung und Kabarett.
22.11.2002 Trierer Volksfreund
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Aus dem Blickwinkel Frauenliebe
Carolina Brauckmann im "Nelly Nashorn"
Man kann über das Konzert von Carolina Brauckmann berichten wie
über jedes andere Konzert auch. Wie es ihr gelingt, ihr Publikum zu
fesseln, musikalisch natürlich, weil von dieser Frau eine Kraft ausgeht,
die förmlich zu spüren ist im vollbesetzten Nellie Nashorn. Wie sie
und ihr Klavier keine Sekunde Langweile aufkommen lassen, weil ihre Studien
weiblicher Befindlichkeit immer durchbrochen sind von einer gehörigen
Portion Selbstironie.
Betroffenheitslyrik ist dieser Frau genauso fremd wie musikalisches Einerlei.
Mal Tango, mal Chopin. Carolina Brauckmann weiß die Klangbilder ihrer
Musik zu nutzen, um die Wirkungen ihrer Texte zu verdeutlichen. Eine
Liedermacherin der alten Schule ist; Texte haben eine Aussage, und die
Musik soll dieses noch betonen.
Eigentlich sind es Alltagsgeschichten, die die engagierte Feministin erzählt.
Von Paaren, deren Homogenität ihre Individualität verschlang.
Vom Frau des Aufbruchs, gekleidet in einen echten Roadsong mit Tankstelle
und viel Spontaneität, der schon an der Autobahnraststätte scheitert.
Von falschen und echten Vorbildern berichtet sie, vom Erwachsenen- und
vom Älterwerden.
Carolina Brauckmann erzählt alle diese Dinge aber aus dem besonderen
Blickwinkel der Frauenliebe. Diese ist ihr Thema und daraus resultieren all die
Beobachtungen, die Heteros gar nicht so fremd sein dürften. Sie erlaubt
den Frauen außerhalb der Community einen Blick hineinzuwerfen, in diese
Gemeinschaft, vor der es kein Entrinnen zu geben scheint, selbst wenn man es
auch wollte.
Ein Konzert mit Carolina Brauckmann ist die vergnüglichste Art einer
politischen Veranstaltung. Denn auch als eine solche könnte dieses
Konzert betrachtet werden. Immer wieder bricht die Sängerin eine
Lanze für ihre "Schwestern" und für Frauen im
Allgemeinen, auch wenn sich der Feminismus in den Postfeminismus
verwandelte - begraben hat ihn die Musikerin und Historikerin noch nicht.
Martina David-Wenk über Brauckmanns Konzert im Nelly
Nashorn, Lörrach. Badische Zeitung, 16.10.2002
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Klischees ironisch entlarvt
Liedermacherin Carolina Brauckmann in der Studiobühne
"...Nun ist das schöne Münsterland nicht grad als
Sündenpfuhl bekannt..." Aber auch in Münster geschehe
so manche Auffälligkeit. Und das nicht mal im Verborgenen.
Kichern im Publikum zur "guten Sitte" im Münsterland.
Schon vorab war Carolina Brauckmann am Samstagabend in der
Studiobühne mit großem Applaus und Sympathie geradezu
an ihr Piano ?geleitet? worden. Seit ihrer ersten LP-Veröffentlichung
vor rund 20 Jahren ist die Kölnerin als eine der feinsinnigsten
Chronistinnen lesbischer Lebensweisen bekannt geworden.
Name-Dropping als Entree. Denn wie hießen sie nicht alle, die
sich mehr oder weniger zur Homo- oder Bisexualität bekannten:
Eleonore Roosewelt, Friedrich von Preußen, Thomas und Klaus
Mann. "Das Leben wird erst lebenswert, wenn man mit gleicher
Art verkehrt", raunte Brauckmann mit leicht rauchiger, manchmal
anzüglicher Stimme.
Dabei ist sie ironisch, lässt keine Nuance aus, Klischees zu entlarven.
Die meisten bekennen sich dazu, dass sie persönlich kaum Homosexuelle
kennen. Wir erreichen statistisch ja auch nur eine Größe
von fünf bis zehn Prozent. Wir Lesben haben bei all unserer
Identitätspflege selbst kaum Zeit zum Kennenlernen."
Feines Kabarett, angenehm ironisch statt mit bitterem Unterton,
musikalisch mit rührenden Chansons und zuweilen unaufdringlicher
Hommage an Diven wie Zarah Leander und Marlene Dietrich.
Begleitet wurde Brauckmann von Christine Hörmann am
Saxophon, die zum nicht zur szenehalber renommierten "United
Womens Orchester" gehört. Ein Denkmal will Brauckmann
sich selbst nicht setzen, aber den "Pionierinnen und Feministinnen".
Denn "ohne die Frauenbewegung wäre die lesbisch-schwule
Bewegung nicht das geworden, was sie ist", sagt Brauckmann.
Deshalb wünsche sie sich "reale Frauenpower und eine
Queer Community, die sich bunt und frech präsentiert."
Da dürfen auch die "lesbischen Schwestern" selbst
einmal kritisch beäugt werden, wie etwa das Elternpaar mit Mutter
eins und Mutter zwei und die mannhaften "Drag Kings", die
sich am liebsten heroisch wie in einem Western empfinden. Eines aber
bliebe immer heilig: Der Tagtraum, von einer zarten, hautnahen Begegnung
"mit dem Herznen am rechten Fleck und der Rose am Jackett."
Klaus Möllers, Münsterische Zeitung, 22.3.2002
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"Harte Mimik war von 20 Jahren Lesbenpflicht"
Carolina Brauckmann zeigt zum Europride ihr neues Programm
Verlangen: Ja. Aufbegehren: Immer wieder. Selbstironie:
Selbstverständlich. Carolina Brauckmann gibt jedem tristen Alltag
Hoffnung. "Songwriterin" nennt sich die Frau selbst, die vor 20
Jahren ihre Bühnenkarriere mit "satirischen
Lesbengesängen" startete, sich immer weiter entwickelt hat
und jetzt im Rahmen des Europride-Specials vom Atelier Theater
"Weil ich die Frauen liebe", ihr neues Programm präsentiert.
Carolina Brauckmann hat in den vergangenen zwei Jahren nicht
"nur" lesbische Satire-Lieder geschrieben und komponiert,
sondern war (und ist) darüber hinaus als Historikerin (unter anderem
im Kölner FrauenMediaTurm), als Autorin und Unternehmerin der
Fraueninternet-Agentur die media tätig. Das mag der Schlüssel
ihres Erfolgs sein: Immer blieb sie wach und glasklar in ihrer Sicht auf den
Lesbenalltag. Kein Wunder, das Brauckmann besonders bei den heute
über 40jährigen Kulturstatus genießt.
Traurig aber wahr: Brauckmann hat die Lesben gelehrt, über sich
selbst zu lachen. "Kurze Haare und harte Mimik waren vor 20 Jahren
Lesbenpflicht", sagt sie. Ihr eigenes Coming-out, feministische
Grundsätze und ihre damaligen Gefühlslage inspirierten
sie zu den Liedern ihrer ersten LP, die schon bald auch in der DDR
von Lesbenhand zu Lesbenhand weitergereicht wurde.
Brauckmann hat sich weiter entwickelt. Zu ihrer eigenen Pianobegleitung
oder den Saxophonklängen von Christine Hörmann lächelt
die 48jährige auch übers Älterwerden.
Die neuesten Kreationen sind erstmals am 14. und 15. Juni im Atelier
Theater und voraussichtlich auch während des
Europride-Straßenfests auf der Nonstopp-Kabarett-Bühne
am Alter Markt zu hören. Hier geht es um Femmes, Butches
oder die "Modeerscheinungen der Dragkings." Sie habe
sich schon mit acht Jahren einen Bart angeklebt, erzählt sie.
Carolina Brauckmann forscht nicht nur, sie kommentiert und hat oft genug
in den 100 Liedern ihrer inzwischen vier Alben polarisiert.
Ihr Inneres nach außen kehrt Frau Brauckmann nur auf der
Bühne. "Privat bin ich eher ruhig," so die studierte
Historikerin, die rein berufliche Gründe von Freiburg nach
Köln geführt haben. Der Wahlkölnerin ist
Lokalpatriotismus fern. "Die Stadt liegt zentral und ist ganz
tolerant," lautet die nüchterne Bewertung. Beruhigend
zu wissen, dass der Schaffenskraft noch genug Inspiration geboten
wird. "Es war ein bewegter Frühling," verrät
sie kurz und knapp...
Meike Böschemeyer, Queer, Juni 2002
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Satirische Lesbengesänge "die zweite"
Folk-Michel, Aug. 1988:
Was auch zu begreifen ist, da Lesben und Schwule in diesem Land
nun wirklich nichts zu lachen haben. So referiert CB im Lied Gerichtsurteile:
Ein Homotreff im Haus mindert den Wert der darüberliegenden
Wohnungen, offen zugegebenes So-Sein ist ein Kündigungsgrund...
'So-Sein' ist ein Wort, das die lieben Familien lieben, wenn von der
verlorenen Tochter die Rede ist; ein Wort wie 'lesbisch' kann ein
ehrenwertes Elternpaar schließlich nicht in den Mund nehmen.
Vorerst kann frau vom Ende der Mackerherrschaft nur träumen.
Das tägliche Leben bringt Tschernobyl, Gentechnologie und
Gewalt gegen Frauen, derweil die (nicht nur Lesben-) Szene sich in
Spiritismus und Nabelschau flüchtet. Carolina Brauckmanns
Szenebeobachtungen treffen nämlich nicht nur auf die Lesbenszene
zu und sind Höhepunkte dieser starken LPs. Kaufen, hören,
wer Festivals und Konzerte plant: Carolina Brauckmann buchen.
(Gabriele Haefs)
Dass es Lesben und Schwule gibt, ist eine Tatsache, die in der
BRD-Folkszene - im Gegensatz zu anderen Kunstsparten - keine Rolle
zu spielen scheint. (Warum das so ist, sollte eine Diskussion wert sein,
wir erwarten die diesbezüglichen Äußerungen des Folk-Michel-Publikums.
Musik machen sie aber trotzdem, und sogar ganz hervorragende,
wenn Carolina Brauckmann repräsentativ ist. Auf ihren beiden LPs
singt sie mit tiefer Chansonstimme, begleitet sich zu Gitarre
und zeigt, dass ihre musikalischen Wurzeln in der Folk- und
Liedermacherszene liegen. CB über sich selbst: "In meinen
Songs versuche ich zunehmend, Stellung zu nehmen zu allem, was mich
als Lesbe bewegt. Die Satire ist dabei sehr wichtig für mich,
sie geht über platte Beschreibungen hinaus und gibt mir die
Möglichkeit zur (Selbst)-kritik und Szenebeobachtungen.
Liebevolle und weniger liebevolle. Und es soll auch mal gelacht werden,
das Lachen kommt in der Lesbenpolitik und Lesbenkultur m. E. nämlich
noch immer zu kurz."
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Satirische Lesbengesänge
Über feministische Utopien und lesbischen Alltag
Courage, 10/1983
Christa Reinigs 'Der Wolf und die Witwen' haben sie beeindruckt, ebenfalls die ständige Lektüre von Lesbenkleinanzeigen in nicht näher genannten Magazinen....Am 7. Oktober 1983 wird die Freiburger Liedermacherin Carolina Brauckmann anlässlich der Berliner Sommeruniversität für Frauen ihre 'Satirischen Lesbengesänge' zu Gehör bringen. Carolina, 29 Jahre alt, Lesbe und Feministin, gilt schon einige Jahre als spezieller Tip, wenn es um böse, selbstironische, aber auch verspielte Texte und Lieder geht. Sie ist bislang hauptsächlich in Frauenzentren aufgetreten - München, Frankfurt, Hamburg, Köln u.a. und als Ein-Frau-Selbstverlag hat sie ihre LP "Satirische Lesbengesänge" im letzten Dezember fertiggestellt.
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